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Problembereich Kreisverkehr

Kreisverkehre erschweren blinden und stark sehbehinderten Fußgängern die selbständige Teilnahme am Straßenverkehr erheblich. Der SBSV hat dazu ein 10-Punkte-Programm erarbeitet, das die Sicherheit um und am Kreisverkehr zum Inhalt hat.

  • 15.10.2011 - Internationaler Tag des weißen Stockes
  • Problembereich Kreisverkehr
  • 10-Punkte-Programm des SBSV

Morgen, 15.10.2011, wird weltweit der Tag des weißen Stockes gefeiert. Auch der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband (SBSV) nutzt diesen Tag um auf die Themen Blindheit und Sehbehinderung hinzuweisen. Dieses Jahr möchte der SBSV besonders auf die Problematik von Kreisverkehren für blinde und seheingeschränkte Menschen hinweisen, die auch in Salzburg von Verkehrsplanern immer häufiger gefordert werden.

Kreisverkehre erschweren blinden und stark sehbehinderten Fußgängern die selbständige Teilnahme am Straßenverkehr erheblich, aber auch ältere Personen, geheingeschränkte Menschen und Kinder habe Schwierigkeiten mit dieser besonderen Verkehrssituation.

„Es ist daher unbedingt notwendig, bei der Planung von Kreisverkehren zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einzuplanen, die all diesen oben beschriebenen Gruppen ebenfalls zugute kommen", fordert Josef Schinwald, Obmann des Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverbandes anläßlich des Welttages zum weißen Stock, dem Inbegriff für Mobilität von blinden Menschen.

Problembereich Kreisverkehr

Ausgangssituation für blinde und seheingeschränkte Personen: Ein Kreisverkehr ist für blinde und stark seheingeschränkte Verkehrsteilnehmer deshalb besonders schwierig, weil...

  • die Verkehrsströme akustisch nicht zu erfassen und zuzuordnen sind. Das ist bei einer ampelgeregelten Kreuzung auch ohne Blindenzusatzein-richtungen nicht der Fall.
  • es zu keinem Wechsel zwischen stehendem und fließendem Verkehr als Orientierung kommt.
  • die bewegenden Fahrzeuge keinerlei akustische Hinweise geben, ob und wann sie ein- oder abbiegen.
  • die Orientierung blinder Menschen durch Verkehrssignalisierung ausgeschlossen ist. Gerade Blinden fällt gerades Gehen besonders schwer. Daher sind Ampeln mit einem Geräusch besonders wichtig, denn dieses leitet den blinden Menschen über die Straße.

10-Punkteprogramm des SBSV für mehr Sicherheit um und am Kreisverkehr

Aufgrund dieser Ausgangssituation hat der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ein zehn Punkteprogramm für mehr Sicherheit um und am Kreisverkehr erarbeitet. Dieses kann jederzeit beim Blindenverband angefordert werden.

  1. Anordnung von Zebrastreifen rund um den Kreisverkehr
  2. Taktile Bodenleiteinrichtungen sind ein wichtiger Wegweiser in schwierigen Verkehrssituationen. Elemente des Leitssystems sind dabei: Auffangstreifen; Aufmerksamkeitsfelder etc.
  3. Eine flächendeckende Vernetzung des Leitsystems
  4. Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit vor, im und vor allem nach dem Kreisverkehr. Studien ergaben, dass die Verkehrsteilnehmer beim Verlassen des Kreisverkehrs beschleunigen.
  5. Zwischen den Fahrstreifen der ein- bzw. ausmündenden Straßen erhöhen Schutzinseln  die Sicherheit der Fußgänger.
  6. Tastbare Lagepläne der Kreisverkehr
  7. Bessere Beleuchtung im Bereich des Zebrastreifens beim Kreisverkehr, wobei auf die besondere Blendempfindlichkeit von seheingeschränkten Personen Rücksicht genommen werden sollte.
  8. Lanelights oder blinkende Signale anderer Art, die im Fußgängerbereich von blinden und seheingeschränkten Personen aktiviert werden erhöhen die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer.
  9. Der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband verstärkt seine Sensibilisierungsarbeit rund um die bessere Kennzeichnung blinder und seheingeschränkter Fußgänger, sodaß alle Verkehrsteilnehmer die besondere Situation gleich erkennen.
  10. Zusammenfassend kann jedoch festgestellt werden, dass nur eine Ampelanlage ein höchstes Maß an Sicherheit, sowohl für blinde und seheingeschränkte Menschen, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen bietet.

In Salzburg gibt es geschätzt 1500 Betroffene. Wobei die Dunkelziffer sicherlich höher ist. Eine Behinderung zu akzeptieren und sich helfen zu lassen, ist oftmals ein langer schmerzhafter Weg. Die Wiedererlangung der Mobilität ist ein wichtiger, erster Schritt um wieder Fuß zu fassen. Der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverbandverband ist dabei die erste Anlaufstelle. In den letzten Jahren konnte dazu ein gut funktionierendes Maßnahmenpaket mit wichtigen Partnern erarbeitet werden, wie zum Beispiel taktile Ampeln; ein gekennzeichnetes, durchgängiges Leitsystem; die Aufmerksamkeitsfelder bei den Busleisten im Bahnhofsbereich etc. „Der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband sieht sich in diesem Bereich als Ideen- und Know-how-Träger, der idealerweise gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Salzburg von Anfang an in die Bauarbeiten bzw. Adaptierungen eingebunden ist", so Josef Schinwald weiter.

SBSV: Einzige ortsansässige Selbsthilfegruppe. Der Salzburger Blinden- und Sehbehindertenverband ist die einzige ortsansässige Institution, die sich um die Anliegen der Blinden und Sehbehinderten im Bundesland kümmert. Die Spendengelder werden in Salzburg eingesetzt. Der Verband hat derzeit mehr als 450 Mitglieder.

Josef Schinwald, Obmann des SBSV

GK_PR Gerlinde Kämmerer

Weitere interessante Neuigkeiten finden Sie unter Aktuelles

Die ÖBB informieren zur aktuellen Bauphase des Salzburger Hauptbahnhofes

Der Salzburger Hauptbahnhof wird bis 2014 unter laufendem Betrieb zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut, daher hat sich die Zugangssituation erneut geändert.

Bauphase 14. Juli 2011 - 6. November 2011

In dieser Bauphase werden die ersten drei neuen Bahnsteige errichtet. Daher gibt es folgende Änderungen:

  • Die ehemaligen Bahnsteige 1, 2, 11 und 21 sind gesperrt.
  • Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt wieder zentral durch die Bahnhofshalle.
  • Die bestehenden Bahnsteige 4 und 5 werden in 34 und 35 umbenannt. Der bestehende Bahnsteig 3 wird als Bahnsteig 33 geführt.

Sollten Sie keine Einstiegshilfe beim Mobilitäts-Center angefordert haben, beachten Sie bitte soweit es Ihnen möglich ist die Monitore und Durchsagen und folgen Sie der gelben Wegeleitung.

Arzneimittelhotline

„Blinde und sehbehinderte Menschen erhalten ab Anfang 2011 unter der Telefonnummer 1455 kompetente Auskünfte von ApothekerInnen über den Inhalt der Beipacktexte von Medikamenten, den sie ja nicht lesen können", erklärt Mag. Gerhard Höllerer, Präsident des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV).
Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Bundesministerium für Gesundheit ist es dem Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband gelungen, die neue Arzneimittelhotline durchzusetzen.
Wie wird die Arzneimittelhotline funktionieren? Beim Wählen der Kurzrufnummer 1455 werden die Betroffenen rund um die Uhr in ein Callcenter und von dort zur nächstgelegenen, diensthabenden Apotheke verbunden. Höllerer: „Dort erhalten dann blinde und sehbehinderte Menschen Informationen über Dosierung, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen von Arzneimitteln." Im Callcenter bekommen die Betroffenen aber auch eine Wegbeschreibung zur nächstgelegenen dienstbereiten Apotheke. Der ÖBSV-Präsident bedankt sich sowohl beim Apothekerverband, als auch bei  Gesundheitsminister Alois Stöger und dessen MitarbeiterInnen für die Umsetzung des Projektes.

Quelle: Der Durchblick, Vereinsorgan des ÖBSV

Neue Blindenauskunft unter 0810 00 1714

Aufgrund von mehreren geführten Verhandlungen mit der A1-TELEKOM AUSTRIA ist es dem Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband nun endgültig gelungen, wieder eine Blindenauskunft zu installieren.

Die Kosten werden vom Festnetz sowie vom Handy zur Blindenauskunft zum Ortstarif angeboten werden. Es wird wieder möglich sein, dass sich unser Personenkreis zu diesem günstigen Tarif auch gleich zum gewünschten Gesprächspartner weiter verbinden lassen kann.

Damit die Blindenauskunft auch starten kann, müssen von den Landesgruppensekretariaten Whitelists geführt und monatlich an das Bundessekretariat weitergeleitet werden.

Unter der Whitelist versteht die A1-TELEKOM AUSTRIA eine Liste von blinden und hochgradig sehbehinderten Personen, die berechtigt sind, die Blindenauskunft unter den äußerst günstigen Auskunftstarif in Anspruch zu nehmen. Durch die Einspielung der Namen plus Telefonnummern soll dem Missbrauch von nicht berechtigten Personen (nicht hochgradig sehbehinderte und blinde Menschen) Einhalt geboten werden. Personen, die auf der Whitelist nicht erfasst sind, können den Blindenruf nicht zu dem ermäßigten Tarif in Anspruch nehmen.

Als Kriterium, dass man auf die Whitelist kommen kann, ist entweder die Mitgliedschaft in unserer Organisation erforderlich, oder auch der Nachweis, welcher die Berechtigung zur Mitgliedschaft in unserer Landesgruppe ermöglicht. Wir würden Sie ersuchen, diese Information, an Ihnen bekannte blinde, oder sehbehinderte Personen weiter zu geben.

Sollten Sie Ihre Telefonnummern in die Whitelist der A1-Telekom Austria eintragen lassen wollen, um die Blindenauskunft nutzen zu können, melden Sie sich bitt in unserem Sekretariat

Selbstbedienungsstrecken der ÖBB

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die ÖBB-Personenverkehr AG hat mit Fahrplanwechsel 2005 in ganz Österreich 16 SB-Strecken (Selbstbedienungsstrecken) eingeführt. In den vergangenen Jahren wurden sie laufend ausgeweitet und neue kamen dazu. Mittlerweile fahren rund zwei Drittel aller Züge und Fahrgäste im Nah- und Regionalverkehr auf SB-Strecken. Die frühere Ausnahme ist also zum Regelfall geworden.

Aus diesem Grund stellen wir mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, dem 12. Dezember 2010 das System um.

  • Im Nah- und Regionalverkehr - also in REX- und R-Zügen sowie S-Bahnen - muss man vor dem Zustieg ein gültiges Ticket kaufen.
  • Nur in Stationen, in denen es keinen Ticketautomaten oder keine Personenkasse gibt, ist ein Zustieg ohne Fahrkarte erlaubt. Dann muss man umgehend zum Zugbegleitteam oder zum Ticketautomaten im Zug gehen und ein Ticket erwerben.
  • Im Fernverkehr können Sie Ihr Ticket auf Wunsch nach wie vor beim Zugbegleitteam erwerben.

Diese Regelung sorgt dafür, dass in ganz Österreich für alle Züge der ÖBB-Personenverkehr AG einheitliche Vorschriften zur Anwendung kommen und die Verunsicherung von Fahrgästen ein Ende hat. Sie müssen nicht mehr darauf achten, ob sie nun auf einer SB-Strecke unterwegs sind oder nicht, sondern nur mehr darauf, ob in der Station ein Fahrkartenautomat bzw. eine Personenkasse vorhanden ist.

ACHTUNG:

Dies gilt nicht für alleinreisende mobilitätseingeschränkte Kunden, wenn sie in einem ausschließlich mit Fahrkartenautomaten ausgestatteten Bahnhof einsteigen und sie aufgrund ihrer körperlichen bzw. geistigen Behinderung nicht in der Lage sind, einen Fahrschein am Fahrkartenautomaten zu lösen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Schwarzl
ÖBB-Personenverkehr AG
Barrierefreies Reisen

Milford: Sämtliche Verpackungen mit Brailleschrift

Den Relaunch von Sortiment und Verpackungsdesign begleitet Milford mit einem am österreichischen Markt bislang völlig neuen und einzigartigen Schritt: Als erste große heimische Lebensmittelmarke überhaupt bedruckt Milford seit Juni 2010 sämtliche Produkte auch in der Brailleschrift: „Wie kaum ein anderes Lebensmittel spricht Tee mit seiner hohen Sorten-Vielzahl gleichermaßen Geschmacks- und Geruchssinn an. Dieses Geschmackserlebnis wollen wir allen erschließen - und ganz besonders auch denjenigen, die Sorte und Geschmacksrichtung nicht auf den ersten Blick erkennen können", erklärt Thomas Wagner, Geschäftsführer Milford Tee Austria, den innovativen Schritt. Name, Geschmacksrichtung und die wichtigsten Informationen über die verwendeten Zutaten werden auf jeder Verpackung zusätzlich auch in Brailleschrift angeführt. Mit ganz speziellen Maschinen und in aufwändigen Versuchen wurde, maßgeschneidert für die neuen Milford-Verpackungen, die Blindenschrift-Bedruckung entwickelt und erprobt. Dabei werden die gut ertastbaren, rund 0,4 mm erhabenen Braille-Zeichen von der Rückseite ausgehend auf allen Milford Produkten an der gleichen Stelle in die Schachteln gestanzt. So sind die Informationen auf der Vorderseite der Verpackung leicht zu ertasten; dies erleichtert die Sortenauswahl beträchtlich. „Soziale und gesellschaftliche Verantwortung bedeutet für Milford auch ganz stark: Denjeni¬gen Menschen, die in ihrer Lebensweise und damit auch im Einkaufsalltag von Natur aus oder durch Unfall oder Krankheit benachteiligt sind, trotz alledem gleiche und faire Beding¬ungen zu ermöglichen", beschreibt Thomas Wagner die Motivation des Unternehmens für die beträchtliche Investition. Rund 40.000 Euro hat Milford investiert, um alle Tee-Verpackungen mit Brailleschrift zu versehen. „Wir hoffen darauf, dass dieser Schritt rasch viele Nachahmer findet und wir damit einen wichtigen und nachhaltigen Akzent für die Verbesserung der Lebensbedingungen von im Alltag benachteiligten Personen setzen können", zeigt sich Thomas Wagner optimistisch.

Quelle: Der Durchblick, Vereinsorgan des ÖBSV